Wohnortnahe Geburtshilfe erhalten – auch in Eckernförde, Ratzeburg und Preetz

PRESSEMITTEILUNG

Berlin, 10.02.2022

Aktuell wird die Situation der Geburtshilfe in Schleswig-Holstein diskutiert. Anlass sind Debatten um weitere mögliche Schließungen von Geburtsstationen. Anfang der Woche hatte ein Brandbrief des Hebammenverbands Schleswig-Holstein auf die katastrophalen Auswirkungen weiterer Versorgungslücken hingewiesen. Am Samstag ist eine Demonstration für den Erhalt der Grund- und Regelversorgung mit Geburtsstation an der Imland-Klinik Eckernförde geplant. Dazu Cornelia Möhring, Bundestagsabgeordnete aus Schleswig-Holstein und Mitglied der Fraktion DIE LINKE:

„Nicht jede Klinik muss alles leisten, Spezialisierung ist sinnvoll und für viele Eingriffe braucht es viel Routine, damit sie sicher sind. Geburten sind aber in der Regel kein Hochrisikoeingriff, sondern ein normaler Vorgang – so außergewöhnlich er für die werdenden Eltern individuell auch sein mag. Damit keine zusätzlichen Risiken entstehen, ist eine wohnortnahe Versorgung unabdingbar. Die Grund- und Regelversorgung muss erhalten bleiben. Deshalb dürfen in Schleswig-Holstein nicht noch mehr Kreißsäle schließen“.

Möhring weiter: „Es ist kein Zufall, dass immer mehr Geburtsstationen schließen, sie rentieren sich im Finanzierungssystem der Fallpauschalen nicht. Kreißsäle haben hohe Vorhaltekosten, Geburten sind nicht planbar oder werden dies nur, wenn in den normalen Verlauf eingegriffen wird. Deshalb brauchen wir ein anderes, ein bedarfsgerechtes Finanzierungssystem. Als Zwischenschritt müssen aber Bereiche, die für die Grundversorgung der Bevölkerung absolut notwendig sind, aus dem Fallpauschalensystem herausgenommen und deren Sicherstellung finanziert werden. Die freie Wahl des Geburtsortes ist immerhin gesetzlich verankertes Recht“.