Weil Feminismus heißt, wieder Spaß am Sommer zu haben.

Ein Gastbeitrag von Clara Fischlein über ihre Praktikumswoche:

Nach einiger Zeit versuche ich mich also mal wieder an einem ganz normalen Praktikumsbericht, obwohl es nur um eine Woche geht, die ich im Büro von Cornelia Möhring verbracht habe.

Ständig sind die Gender Debatten in der Kritik, jüngst wurden sie sogar für den Wahlsieg von Donald Trump verantwortlich gemacht. Auch der Begriff Feminismus steht in einem schlechten Licht. Dabei liegt diesen angeblich abgehobenen Debatten eine ganz simple Idee zugrunde – die der Gleichberechtigung aller Geschlechter. Und dass diese noch nicht erreicht ist, erlebt man Tag für Tag. Spätestens dann, wenn es Sommer wird und man keinen Spaß an leichter Kleidung hat, weil gerade dann Formen von Belästigungen dazu gehören.

Soviel zu meiner Intention, mich beim frauenpolitischen Bereich der Linksfraktion zu bewerben. Zudem wollte ich gerne die Arbeitsabläufe einer Abgeordneten kennenlernen und Cornelia Möhring ist mir vergangenes Jahr, bei meinem Praktikum in der Öffentlichkeitsarbeit bereits begegnet. Da wusste ich als schon, dass das auch auf menschlicher Ebene hinhaut.

Vorweg: Die eine Woche hier war super vorbereitet, inklusive Ablaufplan und auf Wunsch konnte ich weitere Abgeordnete treffen. Dank Büroleiterin Claudia, die immer auch für Fragen ansprechbar war.

Außerdem lag das Praktikum insofern Perfekt, dass es sich nicht nur um eine Sitzungswoche handelte, sondern zudem auch ein explizit frauenpolitisches Thema im Plenum war zu dem Conni gesprochen hat. Größtmöglicher Input für nur fünf Tage.

Die ganze Woche war gut gefüllt mit verschiedenen Sitzungen: Zu Beginn eine Arbeitsgruppe zum Thema Familie, später ein Arbeitskreis zum Thema „Lebensweise und Wissen“. Beide Gremien finden innerhalb der Fraktion statt, zu spezifischen Themenbereichen und dienen der Organisation. Zudem war am Dienstag Fraktionssitzung, bei welcher (fast) alle Abgeordneten zusammenkommen und wichtige Grundhaltungen sowie das Abstimmungsverhalten bei der Sitzungswoche besprochen werden.

Die Ausschusssitzung am Mittwoch fand mit Abgeordneten aller Fraktionen statt und ist Ort für einen Großteil der parlamentarischen Arbeit. Größter Tagesordnungspunkt war der CEDAW-Bericht, ein UN Bericht zur Gleichstellung der Frau, welcher sich mit allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens beschäftigt. (Sollte man unbedingt mal gegooglet haben, ist nämlich sehr interessant.)

Darüber hinaus saß ich noch zum Entgelttransparenzgesetz im Plenum, und konnte live die Debatte verfolgen. Obwohl ich im Vorfeld einiges zu dem Gesetz gelesen hatte, wurde mir hierbei erst klar, wie viele Aspekte es zu beleuchten gilt.

In dieser einen Woche haben viele Sitzungen stattgefunden, und ich musste viel zuhören. Jedoch finde ich das aber immer ganz aufschlussreich, um mitzubekommen, wie der Umgang der Parlamentarier untereinander ist. Büroabläufe, Planungsgespräche und einen Videodreh mit Conni gehörten davon abgesehen auch zu der Woche. Und natürlich erfährt man, wie viel mehr Leute hinter den Abgeordneten stehen und wie viel Arbeit demokratische Prozesse nun mal machen.

Ein kurzes Fazit: Das Schöne an einem Praktikum im Bundestag finde ich immer, dass man, sobald man ein Hausausweiß hat, Einblicke in alle Abläufe bekommt. Es gibt nichts, wo es hieß, das dürfte ich als Praktikantin nicht mitbekommen. Alle begegneten mir sehr aufgeschlossen, waren für Fragen ansprechbar und freuten sich über Interesse. Außerdem ist das ganze Team, was zum Büro von Conni gehört super sympathisch, was für ein schönes Praktikum immer eine Rolle spielt. 🙂