Schaumwein mit bitterem Beigeschmack

„Die heute vom Bundestag beschlossene Quote ist wichtig, richtig und überfällig, aber zu hohem Preis erkauft. Es gibt durchaus Gründe, darauf anzustoßen, obwohl der Schaumwein einen bitteren Beigeschmack hat. So benutzt die Regierung die Quote als Deckmantel für gezielte Rückschritte in der Gleichstellungspolitik. DIE LINKE fordert seit Jahren verbindliche Regelungen für die Privatwirtschaft, da die freiwilligen Selbstverpflichtungen der Unternehmen bisher nichts geholfen haben“, so Cornelia Möhring, frauenpolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Möhring weiter: „Ohne inhaltliche Begründung wurden die Regelungen für die Privatwirtschaft gemeinsam mit Novellierungen des Bundegremienbesetzungsgesetzes (BGremBG) und des Bundesgleichstellungsgesetzes (BGleiG) abgestimmt. Vergangene Woche hatte es – auch von mir – heftige Kritik daran gegeben, dass auch Männer in Bereichen gefördert werden sollen, wo sie unterrepräsentiert sind. Aber anstatt die Geschlechtsblindheit im Bundesgleichstellungsgesetz einfach wieder zu streichen, hat die Koalition die Förderung von Männern unter den Vorbehalt der ‚strukturellen Diskriminierung‘ gestellt. Warum sich die Regierung den Kopf darüber zerbricht, gesetzliche Regelungen für eine bisher nicht dagewesene und nicht abzusehende Situation zu entwickeln, während sie tatsächliche Probleme von Frauen ignoriert, ist auch nur mit zu viel Schaumwein zu erklären.“

Schlagwörter: