Pinneberger Tageblatt: Neuwahlen? Abgeordnete wollen weitermachen

aus dem Pinneberger Tageblatt vom 22. November 2017

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Abgeordnete wollen weitermachen
Ankündigung Sollte es im Bund Neuwahlen geben, stünden Abercron, Rossmann und Möhring für erneute Kandidatur bere

KREIS PINNEBERG Neuwahl oder nicht, das ist die Frage, die derzeit die Politiker in Berlin umtreibt. Und nicht nur die. Denn wenn eine neues Bundesparlament gewählt werden sollte, müssten auch die Parteien in den Kreisverbänden wieder Kandidaten küren. Im Kreis Pinneberg dürfte das relativ einfach werden. Denn die drei Bundestagsabgeordneten wollen sich erneut zur Wahl stellen.

Michael von Abercron von der CDU ist noch nicht einmal einen Monat lang Bundestagsabgeordneter. Am 24. Oktober war die konstituierende Sitzung des Gremiums. Abercron war bei der Abstimmung im September erstmals ins Bundesparlament gewählt worden. Er holte das Direktmandat im Kreis Pinneberg. „Ja klar. Jetzt erst recht“, sagte er auf die Frage, ob er im Falle einer Neuwahl erneut kandidieren werde. „Jetzt die Pferde zu wechseln wäre fatal.“ Zudem mache ihm die Arbeit trotz der turbulenten Wochen viel Spaß.

Abercron dürfte erneut mit dem Sozialdemokraten Ernst Dieter Rossmann um das Direktmandat im Wahlkreis 007 rangeln. Denn auch der möchte gern weitermachen: „Ich würde meiner Partei das Angebot machen, mich wieder als Kandidaten aufzustellen.“

Die dritte im Bunde der Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis Pinneberg ist Cornelia Möhring von der Linkspartei: „Sollte es Neuwahlen geben – aktuell ist ja auch eine Minderheitsregierung durchaus eine Option –, werde ich mich auf jeden Fall wieder als Spitzenkandidatin bei der Linken Schleswig-Holstein bewerben. Für mich haben die Gründe, die ich für meine Kandidatur im September hatte, noch immer Gültigkeit: Eine starke Linke, die konsequent für soziale Gerechtigkeit, sozial-ökologische Perspektiven, Frieden und Solidarität arbeitet, ist notwendig und wird angesichts der zunehmenden sozialen Spaltung in diesem Land und des Rechtsrucks immer wichtiger.“

Bis Ende der vergangenen Legislaturperiode, gehörte auch die Wedeler Grüne Valerie Wilms dem Bundestag an. Sie bekam von ihrer Partei allerdings keinen aussichtsreichen Listenplatz zugewiesen und verzichtete schließlich auf eine erneute Kandidatur. Zur Frage, ob sie sich im Falle von Neuwahlen um eine Kandidatur bewerben würde, äußerte sie sich nicht. Bei den Grünen gibt es aber durchaus Stimmen, noch hinter vorgehaltener Hand, die es begrüßen würden, wenn die Wedelerin sich zur Wahl stellen würde. Zudem Luise Amtsberg, schleswig-holsteinische Spitzenkandidatin ihrer Partei, mit ihrem Portugal-Urlaub während der Berliner Sondierungsgespräche nicht überall in ihrer Partei auf Verständnis gestoßen ist. Bernd Amsberg

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