Geschlechterverhältnisse in der Krise – kein Zurück zur alten Normalität

Berlin, 17.06.2020. „Frauen sind von der Corona-Pandemie und ihren Folgen auf vielfache Weise besonders betroffen. Die Kita- und Schulschließungen bedeuten neue Belastungen, viele müssen ihre Erwerbsarbeit reduzieren, was zu Lasten ihrer ökonomischen Unabhängigkeit geht. Gleichzeitig arbeiten Frauen überproportional häufig in systemrelevanten Berufen, die schon im Normalzustand von Personalmangel und enormer Arbeitsbelastung geprägt sind. Lücken in der sozialen Infrastruktur treffen Frauen ebenfalls besonders: Es fehlen Frauenhausplätze zum Schutz vor Gewalt, der Zugang zu sicheren straffreien Schwangerschaftsabbrüchen wird prekärer. Das sind nur einige Schlaglichter, die aber deutlich machen: Einzelmaßnahmen reichen nicht, es braucht ein politisches Maßnahmenpaket für mehr Geschlechtergerechtigkeit. Einen entsprechenden Antrag bringt die Fraktion DIE LINKE diese Woche in den Bundestag ein“, so Cornelia Möhring, frauenpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Bundestag.

Möhring weiter: „Es darf kein Zurück zum alten Normalzustand geben, denn die Corona-Pandemie spitzt Probleme zu, ist aber nicht ursächlich. Schon vor den Pandemieschutz bedingten Schließungen von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen haben Frauen den Löwenanteil der unbezahlten Arbeit im Haushalt getragen. Die Situation in den Krankenhäusern war bereits krisenhaft und die Pflegekräfte haben unter den alltäglichen Bedingungen bis an den Rand ihrer Belastungsgrenze arbeiten müssen. Wir brauchen deshalb eine radikale Abkehr von Marktprinzipien in den Bereichen, die im existenziellen Sinn gesellschaftlich notwendig sind: Ausbau der sozialen Infrastruktur und deren Ausrichtung an Gemeinwohlinteressen. Mit Gesundheit und Pflege dürfen keine Profite gemacht werden.“

Der Antrag „Geschlechterverhältnisse in der Krise – Kein Zurück zur alten Normalität“ findet sich unter diesem Link: https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/200/1920033.pdf

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