Nicht nur mit dem Finger auf andere zeigen – weiblicher Genitalverstümmelung endlich ein Ende setzen

„Weibliche Genitalverstümmelung ist eine Menschenrechtsverletzung, der wir uns auch hier in Deutschland endlich in ausreichendem Maße stellen müssen, anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen“, verlangt Cornelia Möhring, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Bundestagfraktion DIE LINKE anlässlich des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar 2015. „Die Zahlen sind erschreckend, aber das Schlimmste ist, dass sie es noch immer sind“, so Möhring weiter. Weltweit schätzt die WHO die Zahl der betroffenen Frauen und Mädchen auf bis zu 150 Millionen, das Europäische Parlament geht für Europa von einer Zahl von 180 000 Betroffenen aus.

„Das Gesetz, das wir dafür in Deutschland seit 2013 haben, reicht nicht aus“, sagt Möhring. Die Aufklärungsarbeit in den deutschen Communities ist noch immer viel zu gering, darauf hat der Runde Tisch STOPP weibliche Genitalverstümmelung (FGM) Berlin-Brandenburg erst kürzlich hingewiesen. Darauf aufbauend fordert Möhring: „Wir brauchen dringend vor Ort mehr Beratungsstellen mit kompetentem Personal, aber vor allem auch eine größere Sensibilisierung in allen Bereichen: in den Praxen und Kliniken, Jungend- und Sozialämtern, sowie der Polizei. Wir brauchen aber auch mehr Gelder für Aufklärungs- und Bildungsprojekte in den am meisten betroffenen Ländern der Welt.“

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