Jetzt gegen die Ansprengversuche vor Damp aktiv werden!

Nase zuhalten, abtauchen, pupsen. Wer das als Kind in der Badewanne ausprobiert hat, dem wird dies ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Unter Wasser wird jedes Schallereignis um ein Vielfaches intensiver.

Die Gesetzmäßigkeiten der Ausbreitung von Schall unter Wasser führen aber auch dazu, dass die Unterwasserfauna im Ostsee-Küstenabschnitt zwischen Damp und Schleimündung regelmäßig heftig in Mitleidenschaft gezogen wird. Im dortigen Sperrgebiet Schönhagen übt und testet die Bundeswehr seit Jahrzehnten. Dabei wird geschossen, beschossen, gesprengt, angesprengt und die Folgen für die marine Umwelt scheinen den Verantwortlichen bislang eher egal.

Anfang des Jahres teilte mir die Bundesregierung auf meine Kleine Anfrage „Ansprengversuche und Beschuss der Fregatte Karlsruhe“ mit, dass zu Wehrforschungszwecken im genannten Gebiet auch zwei Fregatten angesprengt werden. Sie wollen also Sprengladungen nahe der Schiffe zünden und so die Schockresistenz der Schiffe austesten. Auch von Gasblasenversuchen ist die Rede.

Die Explosionen werden unter Wasser jeweils mit gewaltigem Knall von Statten gehen und Schockwellen auslösen. Schlimme Auswirkungen auf die Meerestiere im näheren und vielleicht auch weiteren Umfeld sind da zu befürchten. Dynamitfischen ist deshalb verboten. Seit Monaten protestieren nun schon die Natur- und Umweltschutzverbände, insbesondere der NABU SH.

Ob die Tests notwendig sind und wenn ja, in welchem Ausmaß, sei einmal dahingestellt. Unumstritten ist aber, dass es eine Technik gibt, die die Auswirkungen auf die Fauna wenigstens mindern könnte: Blasenschleier. Sie könnten selbst um die Schiffe gelegt werden, Vorhängen aus aufsteigenden Luftblasen, die für eine erhebliche Dämpfung sorgten.

Im zivilen Bereich – beispielsweise, wenn das Ständerwerk für offshore-Windkraftanlagen in den Boden gerammt wird – sind Blasenschleier schon längst Vorschrift. Aber das Verteidigungsministerium hält sie bislang für nicht geboten, was wirklich irrwitzig ist: Vor einigen Jahren hat die Bundeswehr erste Testsprengungen unter Einsatz dieser Technik sogar mit eigenen Messungen begleitet und anschließend ihre Wirksamkeit ausdrücklich bestätigt.

Jetzt haben sich mehrere Natur- und Umweltschutzverbände und Friedensinitiativen aus ganz Schleswig-Holstein darauf verständigt, gegen die Ansprengversuche vor Damp aktiv zu werden. Darüber freue ich mich sehr. Wir brauchen wirklich den öffentlichen Druck!

Bei einer ersten, gemeinsamen Protestaktion Ende Mai in Damp haben sie innerhalb weniger Stunden hunderte Unterschriften gesammelt. Das ist sehr gut! Auch ich werde mit meinem Team Unterschriften sammeln, und ich würde mich sehr, sehr freuen, wenn Sie, wenn Ihr mitmachen würdet.

Hier gibt’s die Unterschriftenliste zum Download und hier geht’s zum Flugblatt, dass am 26. Mai in Damp verteilt wurde.

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