Fregatte Ex Karlsruhe: Keine Ansprengversuche ohne Blasenschleier!

Foto: Nabu

Mit der Veröffentlichung der Antwort der Bundesregierung auf meine Kleine Anfrage zu den Ansprengversuchen an der Fregatte Ex Karlsruhe im Sperrgebiet Schönhagen in der Ostsee vor Schwansen nahm die Diskussion um das Vorhaben an Fahrt auf. Im Oktober beginnt nun die Zeitspanne, innerhalb derer irgendwann eine Woche lang auf den Rumpf der Ex Karlsruhe geschossen werden soll und Minen unter dem Schiffskörper detonieren werden. Diese Zeitangaben hat uns die Bundeswehr auf Nachfrage vor einiger Zeit gegeben, den Bedenken und dem Protest der Menschen begegnet sie aber weiterhin mit arrogantem Schweigen.

Vergangenen Sonntag fand jetzt eine Veranstaltung des NABU vor Ort in Schönhagen statt. Dagmar Struss, beim NABU LV zuständig für den Schweinswalschutz, referierte über die befürchteten Auswirkungen der Sprengungen. Meine Mitarbeiterin im Wahlkreis, Gabi Gschwind-Wiese, saß für unser Büro im Publikum. Gabi ist bei uns im Team zuständig für die Thematik. Vieles von dem, was Frau Struss referierte, war uns bereits bekannt, aber eines macht mich traurig und fassungslos: Ein Schweinswal wird in der Regel bis zu zwanzig Jahren alt. Ein Ostseeschweinswal im Schnitt keine fünf. Da möchte man meinen, dass es für unseren Staat und all seine Institutionen doch auf der Hand liegen müsste, diese bedrohte Tierart, die quasi hörend sieht und deshalb durch die ausgelösten Druckwellen auch in vielen Kilometern Entfernung noch extrem in ihrem Orientierungsvermögen beeinträchtigt werden kann, maximal zu schützen. Und das wäre ja möglich. Man müsste nur einen „Blasenschleier“ um das Schiff und den Explosionsort herumführen.

Besonders gefreut hat mich, dass die Linksfraktion im Eckernförder Kreistag mit unserem Fraktionsvorsitzenden Maximilian Reimers die Kolleginnen und Kollegen der anderen Fraktionen überzeugen konnte, eine gemeinsame Resolution in Sachen Ansprengversuche zu verabschieden. Bravo!

Die Eckernförder Zeitung hat über die Veranstaltung in Schönhagen berichtet. Die wichtige Anmerkung einer Frau aus dem Publikum fand in den Zeitungsartikel allerdings keinen Eingang, deshalb soll sie hier festgehalten werden. Diese Frau meinte, es wäre allmählich doch Zeit die Frage zu stellen, was im Zweifelsfall wichtiger wäre, Verteidigung oder Umwelt- und Naturschutz. Recht hat sie. Was will man verteidigen, wenn die Umwelt und die Lebensgrundlagen hinüber sind? Ein totes Land? Ein leeres Meer?

Wir werden das Thema weiter begleiten und auch künftig unsere Art von „Munition“ für die Debatte liefern.

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