Drei Tage Geschichte, Kultur und Politik in Berlin

Die „Kieler Woche“ schien ihre Fühler bis nach Berlin ausgestreckt zu haben – das erhoffte warme Sommerwetter ließ auch in Berlin auf sich warten. Davon ließen sich die TeilnehmerInnen der Berlinfahrt nicht schrecken, sondern genossen die drei Tage mit vollem Programm. Um das politische Berlin und die Bundeshauptstadt zu erleben und Cornelia Möhring kennenzulernen, waren politisch interessierte Bürgerinnen und Bürger, bei der vor der Schließung stehenden Großdruckerei Prinovis beschäftigte LeiharbeiterInnen sowie einige Mitglieder der LINKEN angereist.

Sie erlebten eine Stadtrundfahrt, bei der es nicht nur um die zentralen Wahrzeichen der Stadt und politische Repräsentations-Bauten ging, sondern auch um die kleinen Ecken der Geschichte in den Vierteln, Orte politischen Engagements und Widerstands. Kritik an Großbauprojekten wie an dem gigantischen Neubau der BND-Zentrale.

Aus einer anderen Perspektive konnten die TeilnehmerInnen dann am Abend des zweiten Tages Berlin erleben: Bei einer Bootstour auf der Spree bekamen sie das historische Berlin präsentiert und erfuhren viel über die aktuellen Auseinandersetzungen um die Bebauung des Spreeufers.

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In der „Topographie des Terrors“ wurde für die BesucherInnen aus dem Norden Geschichte am historischen Ort lebendig.

Auf dem Programm stand auch der Besuch von drei Museen: Angetan waren die BerlinfahrerInnen sowohl von der Architektur als auch vom museumspädagogischen Konzept des Jüdischen Museums, auch wenn manche anmerkten, allein für diese Ausstellung brauche mensch eigentlich zwei ganze Tage. Tief beeindruckt zeigten sich die Reisenden aus dem Norden von der „Topographie des Terrors“. Am Ort des ehemaligen „Reichssicherheitshauptamtes“, mit noch vorhandenen, freigelegten Gebäuderesten, macht die Ausstellung die gesamte Unmenschlichkeit des NS-Regimes deutlich. Den „Alltag der deutschen Teilung“ stellte schließlich die Ausstellung im „Tränenpalast“ vor. Menschliche Schicksale werden hier, am ehemaligen Grenzübergang Bahnhof Friedrichstraße, greifbar.

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Vor dem Besuch des Bundestags musste die BesucherInnengruppe erst einmal die Sicherheitsschleuse passieren

Breiten Raum nahm die politische Diskussion und der Einblick in die politische Arbeit „unserer“ Abgeordneten, Cornelia Möhring, ein.

Den Anfang machte der Besuch im Bundesfinanzministerium, inklusive einer unterhaltsamen und kundigen Einführung in die Geschichte des Gebäudes – Sitz des „Reichsluftfahrministeriums“ von Hermann Göring, Ort der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 und „Haus der Ministerien“ sowie nach der „Wende“ Sitz der „Treuhandanstalt“.

Im Fraktionssitzungssaal der LINKEN im Reichstagsgebäude diskutierten die TeilnehmerInnen  angeregt mit Cornelia Möhring, die zu Beginn über ihre Arbeit im Berliner Politikbetrieb berichtet hatte. Themen der Diskussion waren parlamentarische Initiativen der LINKEN, die Frage, was eine kleine Partei in der Opposition ausrichten können, aber auch die Diskussion über Leiharbeit und den Missbrauch von Werkverträgen. Beides Themen, die besonders durch die Schilderung der mitgereisten LeiharbeiterInnen lebendig wurden. Im Karl-Liebknecht-Haus der Partei Die Linke gab es dann die Möglichkeit, die Themen noch einmal zu vertiefen.

Voll er vielfältiger Eindrücken –  von der Geschichte der Bundeshauptstadt bis hin zur aktuellen Politik –  kamen die Berlinfahrenden nach drei Tagen dann wieder im Norden an.

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