100 Jahre Frauenwahlrecht – (k) ein Grund zu feiern

„Am 19. Januar 1919 wurde in Deutschland eine Selbstverständlichkeit Realität, für die Frauen jahrelang erbittert gekämpft hatten: Sie durften wählen und sich wählen lassen. In diesen Tagen feiern wir diesen historischen Moment, dürfen dabei aber nicht vergessen, dass wir von einer wirklichen Gleichberechtigung noch viele weitere Kämpfe entfernt sind: Frauen erhalten weniger Lohn als Männer, leisten viel mehr unbezahlte Sorgearbeit, sind von Gewalt bedroht, leiden unter alltäglichem Sexismus. Auch im Parlament selbst sind Frauen unterrepräsentiert – über zwei Drittel der Abgeordneten des 19. Bundestags sind männlich. Die Erinnerung an historische Errungenschaften sollte also gleichzeitig auch immer als Auftrag verstanden werden, weitere Schritte hin zu echter Emanzipation zu gehen”, sagt Cornelia Möhring, frauenpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Bundestag.

Möhring weiter:

„Der Blick auf die Zusammensetzung des Bundestags zeigt, dass wir uns Gedanken machen müssen, wie Frauen besser darin unterstützt werden können, ihr passives Wahlrecht wahrzunehmen. Wir wollen deshalb ein Gesetz auf den Weg bringen, dass alle Parteien verpflichtet, quotierte Wahllisten aufzustellen, und die Wahlkreiskandidaturen neu regelt, so dass auch dort Parität hergestellt wird. Einige Parteien haben schon Mechanismen, wie sie die unsichtbare Männerförderung einschränken und aktiv daraufhin wirken, Ausschlüsse für Frauen abzubauen. Bei anderen wirken Appelle nicht, da müssen Gesetze her – sonst sitzen wir die nächsten hundert Jahre noch weiter in einer überschaubaren Frauenrunde im Bundestag zusammen.“

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Download Broschüre der Fraktion DIE LINKE. im Deutschen Bundestag zum Parité-Gesetz