Erdoğan verstößt gegen das Völkerrecht

veröffentlicht in den Ueternser Nachrichten und anderen

Zehntausende Menschen sind in den letzten Tagen auf die Straßen gegangen, um gegen den Krieg der türkischen Armee in Nordsyrien zu protestieren, andere haben deutsche Rüstungsfirmen blockiert, deren Panzer Menschen in Syrien töten und mit denen hier Profit gemacht wird. Audiobotschaften aus dem Kriegsgebiet zeigen: Diese Zeichen der Solidarität kommen an bei denjenigen, denen die Solidarität gilt. Und ganz ungehört scheinen diese Zeichen des Protestes auch bei politisch Verantwortlichen nicht zu bleiben, wenngleich die internationalen Reaktionen noch lange nicht ausreichen angesichts hunderter getöteter Zivilisten und hunderttausender Menschen auf der Flucht, angesichts des drohenden Genozids.

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Reproduktive Gerechtigkeit weltweit: Frauen sollen selbst entscheiden

veröffentlicht in Neues Deutschland

Laut Weltbevölkerungsbericht haben 214 Millionen Frauen und Mädchen weltweit keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln. Das Problem armer Gesellschaften sind nicht viele Kinder, sondern Armut. Die hauptsächliche Ursache für Armut in hohen Geburtenraten zu sehen, ist geschichtsvergessen und gerade aus westlicher Perspektive brandgefährlich, denn dadurch wird die koloniale Haltung gegenüber Staaten und der Bevölkerung des globalen Südens reproduziert. Wir, die weißen Retter, bringen »den Menschen in Afrika« die sexuelle Aufklärung. Diese Vorstellung ist fatal.

Reproduktive Gerechtigkeit ist eines der zentralen Ziele feministischer Arbeit. Ihr Grundsatz ist einfach: Frauen sollen selbstständig und frei entscheiden können ob, wann und wie oft sie schwanger werden. Hierzulande kämpfen wir noch immer für die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs, wir setzen uns für kostenlose Verhütungsmittel ein.

Aber reproduktive Gerechtigkeit meint mehr: die grundlegende Freiheit und Sicherheit jeder Frau über ihre reproduktive Biografie frei entscheiden zu können und dabei von einem System gestützt zu werden, dass ihre Gesundheit und Würde – und die ihrer möglichen Kinder – bewahrt. Umfassende Aufklärung, legale Schwangerschaftsabbrüche, aber auch die Möglichkeit ein gutes Leben mit Kindern zu führen, gehören dazu. Egal ob alleinerziehend oder mit Partner*in.

Aber reproduktive Gerechtigkeit meint mehr: die grundlegende Freiheit und Sicherheit jeder Frau über ihre reproduktive Biografie frei entscheiden zu können und dabei von einem System gestützt zu werden, dass ihre Gesundheit und Würde – und die ihrer möglichen Kinder – bewahrt. Umfassende Aufklärung, legale Schwangerschaftsabbrüche, aber auch die Möglichkeit ein gutes Leben mit Kindern zu führen, gehören dazu. Egal ob alleinerziehend oder mit Partner*in.

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40 Jahre Frauenhaus Neumünster: Solidarität, Hilfe, Menschlichkeit

Grußwort zum 40. Jubiläum des Frauenhauses Neumünster

Liebe Frauen,

40 Jahre Autonomes Frauenhaus Neumünster – das heißt 40 Jahre Arbeit mit und Solidarität für Frauen, Mädchen und Jungen, die Zuhause Gewalt erleben. 40 Jahre gefüllt mit Geschichten und Erlebnissen von Gewalt, Abhängigkeit und Verlust, aber auch von große Solidarität, Hilfe und Menschlichkeit.

Die Bewegung der Autonomen Frauenhäuser war immer davon geleitet, gewaltbetroffene Frauen selbstbestimmt ihren Weg gehen zu lassen. Und sie so zu begleiten, dass sie sich selbst ermächtigen, sich aus ihren persönlichen Gewaltverhältnissen zu befreien. Dafür spreche ich Euch meinen allerhöchsten Respekt aus und gratuliere Euch zu diesem Jubiläum.

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Schwangerschaft darf kein Markt werden!

Viele Menschen können – aus welchen Gründen auch immer – den Wunsch nach Elternschaft, und zwar nach biologischer Elternschaft, nicht in ihrer eigenen Partner*innenschaft verwirklichen. Sie sind auf andere Personen angewiesen. Leihmutterschaft kann hier keine Lösung dieses Problems sein. Eine Lockerung des Verbots für nicht-kommerzielle Leihmutterschaften, wie es aktuell die FDP fordert, wäre ein Türöffner für einen Markt für Schwangerschaften: Der Weg von einer Aufwandsentschädigung hin zu einem “Preis” ist nicht weit.

Den Vorschlag der FDP, Co-Elternschaften anzuerkennen, kann ich dagegen vollkommen unterstützen. Auch DIE LINKE fordert, dass diese rechtlich abgesichert werden müssen, denn zum einen sind es nicht immer nur die biologischen Eltern, die wichtige Bezugspersonen für Kinder sind. Zum anderen macht die Festschreibung, dass Eltern immer nur zwei Personen sein müssen, angesichts sich wandelnder Beziehungsweisen immer weniger Sinn.

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Rechtsterror ernst nehmen

veröffentlicht unter anderem in den Ueternser Nachrichten am 22. Juli 2019

Der Mord an Walter Lübcke war ein Angriff auf unsere Demokratie. Er geht uns alle an.

Vieles deutet darauf hin, dass der Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten am 2. Juni ein Exempel statuieren wollte. Um andere zu warnen: Wer für Geflüchtete und andere Migrantinnen und Migranten Partei ergreift, dem kann gleiches widerfahren. Und zwar nicht im öffentlichen Raum, sondern da, wo man sich eigentlich sicher fühlt: Zuhause. Ein politischer Mord mit Symbolkraft, der Angst machen soll.

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Tödliche Beziehung

Weltweit werden täglich 137 Frauen von ihrem Partner oder einem Verwandten umgebracht

Deutlich mehr Frauen sterben durch Partnerschaftsgewalt als Männer.

Eine neue Studie der UN belegt die größte Gefahr für Frauen und Mädchen: der eigene Partner oder ein anderes Familienmitglied. 50.000 Frauen sind 2017 durch ihren Partner oder einen Verwandten umgebracht worden. Insbesondere in Afrika ist mit 19.000 Fällen die Rate an Femiziden extrem hoch. Aber auch in Europa sind 3.000 Frauen im letzten Jahr tödliche Opfer von Gewalt innerhalb der Beziehung bzw. der Familie geworden.

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Haushalt 2020 – Tropfen auf dem heißen Stein für den Gewaltschutz

Aus feministischer Sicht ist vom Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2020 nicht allzu viel zu erwarten. Viele Ausgaben bleiben gleich, was praktisch Kürzungen durch Inflation bedeutet. Erfreulich ist einzig die Steigerung der Ausgaben um 17 Millionen für den Fonds sexueller Missbrauch, was bei dem Thema leider bitter notwendig ist. Neue, innovative Projekte kommen im Entwurf nicht vor.

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Gesetz ohne Wirkung

©ragazza

“Sämtliche Befürchtungen in Bezug auf das Gesetz haben sich bestätigt. Was man jetzt braucht, ist eine Stärkung der Rechte von Sexarbeitenden, die Verbesserung der sozialen Situation und einen umfassenden Schutz der Opfer von Menschenhandel“, sagt Cornelia Möhring zu der aktuellen Studie, die für Nordrhein-Westfalen erstellt wurde und die Auswirkungen des seit zwei Jahre geltenden Prostituiertenschutzgesetzes untersuchte. In der taz heißt es dazu:

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LOTTA

Lotta Nr. 13: Banden bilden – Aufbruch der Frauen!

Aktionen von, mit und für Frauen. 100 Jahre Frauenwahlrecht.
Verband Alleinerziehende feiert Geburtstag. Riesinnen in der
Geschichte. Warum wir Zeitsouveränität brauchen.
Unser Thema!
Link: Lotta #13 als PDF

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Unterwegs

Bericht von der Reise nach Griechenland vom 2. bis 4. September 2019
Die EU muss endlich eine menschenwürdige Aufnahme von Schutzsuchenden durchsetzen und die Hotspots an der EU-Außengrenze in Griechenland schließen. Hier gehts zum Reisebericht

Bericht von der Reise nach Südafrika vom 19. bis 26. Mai 2019
Die Reise hat nur wenige Tage nach der Wahl für ein neues Parlament am 8. Mai 2019 stattgefunden. Hier gehts zum Reisebericht

Berichte von der Reise nach Island Mai/Juni 2018
Wie steht es um die Frauenrechte in Island? Ist es wirklich das Traumland der Gleichstellung? Hier geht es zum Reiseblog

Berichte von der Delegationsreise nach Island und Schweden im Mai 2016
Von 22.-27. Mai 2016 befand ich mich auf einer Delegationsreise der Deutsch-Nordischen Parlamentariergruppe in Island und Schweden. Zum Blog

Berichte von der Frauenrechtskommission in New York im März 2015
Als frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE und Delegationsleitung des Familienausschusses im Bundestag nehme ich vom 9.-13. März 2015 an der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen in New York teil.  Zum Blog