Über mich

Biografisches

Geboren am 9. Januar 1960 in Hamburg Altona.Conni_Seehund2 (2)

Ich absolvierte eine Ausbildung zur Industriekauffrau und war Angestellte in verschiedenen Branchen (Mineralöl, Werft, Verlage) bis zum Studium an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg (Abschluss Diplom Sozialwirtin). Meine Studienschwerpunkte waren Organisationssoziologie und Sozialpsychologie. Im Anschluss belegte ich den Aufbaustudiengang Sozialökonomie mit den Schwerpunkten Feministische Forschung und Frauenarbeit (Abschluss Diplom Sozialökonomin).

Seit 2000 bin ich als Beraterin in der Organisationsentwicklung und Konfliktbearbeitung und für Betriebs- und Personalräte selbstständig und Gesellschafterin der Beratungsfirma Perspektiven GbR.

Als DIE LINKE. aus dem Zusammenschluss aus PDS und WASG entstand und eine „rot-grüne“ Bundesregierung zuvor in eine kriegerische Auseinandersetzung eingegriffen und eine gigantische Umverteilung von unten nach oben eingeleitet hatte, war ich außerordentlich froh über dieses neue linke Projekt.

Ich wurde am Gründungstag Mitglied und aktiv. Bis zum September 2010 war ich eine der beiden Landesvorsitzenden der LINKEN Schleswig-Holstein.

2009 und 2013 konnte ich über Platz 1 der Landesliste der LINKEN Schleswig-Holstein in den Bundestag einziehen.

Meine Funktionen:
Frauenpolitische Sprecherin stellvertretende Vorsitzende Linksfraktion.
Stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Cornelia Möhring – bodenständig, humorvoll, durchsetzungsstark

Ein Portrait – von Konstanze Kriese

US_Cornelia_Moehring020»Sie war freiberufliche Beraterin für Betriebs- und Personalräte, als ich sie kennenlernte. 2007, als Neumitglied der frisch gegründeten LINKEN wurde sie nur ein Jahr später Landessprecherin. Seit 2009 verwandelt sie als Abgeordnete politische Schlaglöcher aus Schleswig-Holstein zu parlamentarische Initiativen im Bundestag. Sie stellt der Bundesregierung unangenehme Fragen, egal ob es um Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee oder um die Finanzierung der Frauenhäuser geht. Sie hat es nicht hingenommen, dass Erwerbslose die ARGE nur über gebührenpflichtige Telefonnummern erreichen und fand es absurd, dass Hartz IV-Beziehende für Barauszahlungen Gebühren zahlen. Cornelia Möhring kämpft in Gremien und Ausschüssen für Geschlechtergerechtigkeit, gegen Ursachen von Armut und das an vielen kleinen Punkten, wie der „Pille danach“ oder für ein Rentenmodell, welches die Lebenswege von Frauen ernstnimmt.

Wenn sie Besucherinnen und Besuchern den Bundestag zeigt, erntet sie bisweilen einen begeisterten Satz: „So, Politikerinnen, Frau Möhring, habe ich mir immer ganz anders vorgestellt als sie. Die reden oft, ohne wirklich was zu sagen, die wissen gar nicht mehr, was mich bewegt…“. Verlegen wird sie nicht so schnell, doch Lob lauert im Alltag der Plenarwochen sonst nicht an jeder Ecke. Sie weiß, wie es ist, wenn Menschen eine bezahlbare Wohnung suchen oder gegen Leerstand auf dem Land kämpfen. Sie vermittelt eine Anwältin, wenn die Krankenkasse bei Selbstständigen absurde Rückzahlungen fordert, weil sie überhaupt wieder versichert sein wollen. Sie kann sich genauso aufregen, wie sie sich andermal diebisch freuen kann. Und manchmal hat sie auch die Nase voll, schleicht müde zum Zug und muss einsehen, dass Politik vor allem dickes Bretterbohren ist, aber oft auch eine Frage von produktiven Bündnissen.

Immer wieder wird sie von der eigenen Neugier gepackt, kann sich hinter Projektideen, wie den Plan B, den roten Faden für einen sozial-ökologischen Umbau klemmen und sich ebenso für Glücksforschung und Kochrezepte begeistern. Sie braucht die Bodenhaftung vor Ort, in Gottesgabe, wo sie zu Hause ist. Wenn ich mit ihr mal zwischen Kiel und Plön unterwegs bin, kommt man nur sehr langsam vorwärts, weil sie vom Werftarbeiter bis zur Bildhauerin, von der zugereisten Nachbarfamilie bis zum Schulbusfahrer viele kennt. Conni fragt nach, ob der Klinikaufenthalt gut überstanden ist, hört zu, scherzt und selbst wenn sie sich aufregt, dann ist da immer dieses: „Was können wir jetzt daraus machen? Wie soll es weiter gehen?“

Nach über drei Jahren Pendeln zwischen Schleswig-Holstein und dem Bundestag fallen mir sofort drei Punkte ein, die ihr politische Profil umreißen. Sie hat sich, ohne Energiepolitikerin oder Agrarexpertin zu sein, für den sozial-ökologischer Umbau, den Plan B, engagiert. Bezahlbare Energie, erschwingliche Bahntickets, gesunde Ernährung – das geht uns alle an. Sie geht davon aus, dass es gut wäre, wenn wir alle ohne Existenzsorgen und mit mehr Muße und Vergnügen, Zeit für unsere Familie, für Freunde, für uns selbst hätten. Cornelia Möhring ist eine Sozialpolitikerin mit Querblick. Sie diskutiert ohne Scheu Vor- und Nachteile eines bedingungslosen Grundeinkommens und arbeitet mit an einer Sozialcharta für Selbständige und Freiberuflerinnen.«