Tödliche Beziehung

Weltweit werden täglich 137 Frauen von ihrem Partner oder einem Verwandten umgebracht

Deutlich mehr Frauen sterben durch Partnerschaftsgewalt als Männer.

Eine neue Studie der UN belegt die größte Gefahr für Frauen und Mädchen: der eigene Partner oder ein anderes Familienmitglied. 50.000 Frauen sind 2017 durch ihren Partner oder einen Verwandten umgebracht worden. Insbesondere in Afrika ist mit 19.000 Fällen die Rate an Femiziden extrem hoch. Aber auch in Europa sind 3.000 Frauen im letzten Jahr tödliche Opfer von Gewalt innerhalb der Beziehung bzw. der Familie geworden.

Die Studie zeigt, dass insgesamt weltweit deutlich mehr Menschen durch Tötungsdelikte sterben als durch bewaffnete Konflikte. 464.000 Menschen wurden 2017 umgebracht, durch bewaffnete Konflikte hingegen sind 89.000 Menschen ums Leben gekommen.

Unter den 464.000 getöteten Menschen waren 87.000 Frauen und Mädchen. Mehr als 58 Prozent von ihnen, rund 50.000, wurden durch ihren (Ex-)Partner oder ein anderes Familienmitglied ermordet „aufgrund ihrer Rolle und ihrem Status als Frau“. Insbesondere bei häuslicher Gewalt ist der Geschlechtsunterschied gravierend: 82 Prozent der tödlichen Opfer von häuslicher Gewalt sind Frauen. Die Studie erläutert, dass sie nicht unbedingt Opfer von spontaner, einmaliger Gewalt wurden, sondern häufig der Mord am Ende von vielen vorhergegangen Gewalttaten steht. Eifersucht und Trennungsangst sind zudem oft Motive, wenn Männer ihre Partnerinnen töten.

Auch in Deutschland lauert die Gefahr für Frauen im eigenen Bett: 123 Frauen wurden im letzten Jahr durch ihren Partner oder Ex-Partner ermordet. Das hat meine Kleine Anfrage zu Femiziden in Deutschland ergeben. Trotz der hohen Zahlen verschließt die Bundesregierung vor diesem Problem die Augen. Sie verweigert anzuerkennen, dass es Femizide in Deutschland gibt. Die Studie der UN zeigt aber, dass Femizide ein weltweites Problem sind. Deutschland ist davon nicht ausgeklammert.

Mehr Infos zur Studie hier.