„Der Dialog muss fortgesetzt werden“, war das Fazit von ver.di-Vertretern und Mitgliedern der LINKEN, die sich am Freitag, den 28. Oktober, in Elmshorn zum Austausch und zur gegenseitigen Information zusammenfanden. Ein breites Spektrum an Themen kam beim Treffen in der Geschäftsstelle von ver.di zur Sprache. Anlässlich der Veranstaltung „Vorfahrt für Bildung und Ausbildungsgarantie“, die am Abend im „LINKEN Zentrum Bauerweg“ stattfand, war der Schwerpunkt die Ausbildungssituation, insbesondere im Kreis.
Von ver.di nahmen der Geschäftsführer des Bezirks Pinneberg-Steinburg, Ralf Schwittay, Mathias Bialuch, zuständig für junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sowie Jens Festersen, stellv. Bezirksgeschäftsführer und Fachbereichssekretär für den Öffentlichen Dienst, teil. DIE LINKE war vertreten durch den Landtagsabgeordneten Björn Thoroe, Klaus-Dieter Brügmann, Sprecher des Kreisverbands Pinneberg, Hans-Ewald Mertens, Sprecher des Ortsverbands Elmshorn, sowie Lorenz Gösta Beutin, Mitarbeiter der schleswig-holsteinischen Bundestagsabgeordneten Cornelia Möhring.
„Unser Anspruch ist, die Menschen bei ihren Problemen zu packen, etwa wenn Urlaubs- und Weihnachtgeld von Kolleginnen und Kollegen gestrichen werden sollen oder in Krankenhäusern Servicebereiche ausgegründet werden, um Löhne zu drücken“, berichtete Ralf Schwittay. Aktuelle Themen seien die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns, die Auseinandersetzung mit den Bedingungen in der Leiharbeit sowie die anstehenden Tarifauseinandersetzungen im Öffentlichen Dienst.
Jens Festersen berichtete über die Probleme im Öffentlichen Dienst: Da die Kommunen unter Geldmangel litten, werde bei öffentlichen Ausschreibungen häufig nicht der beste, sozialste Anbieter gewählt, sondern einfach der billigste. Schlechte Arbeitsbedingungen seien die Folge. Festersen: „Es ist möglich, Vergabegesetze zu machen, die mit den EU-Richtlinien konform sind und einen Mindestlohn enthalten. Das haben die Länder Berlin und Bremen bewiesen. Entscheidend ist dabei aber der politische Wille, und daran mangelt es allzu häufig!“
Beim Thema Ausbildung seien die Kreise Pinneberg und Steinburg relativ gut aufgestellt, so Mathias Bialuch. Junge Menschen könnten sich eher aussuchen, wo sie ihre Ausbildung machen wollten. Trotzdem gebe es für ver.di auch Baustellen, wie den Bereich der Pflege: Wie werden die Auszubildenden dort behandelt, welchen Lohn bekommen sie, wie ist die Ausbildung? Ausbildungsbetriebe beklagten auch immer wieder die Qualität der Bewerberinnen und Bewerber. Bialuch: „Sicher gibt es da Probleme. Aber die Ursachen muss man früher suchen, bei der Schule und in der frühkindlichen Bildung. Ein Bildungssystem, dass schon so früh aussiebt und die Menschen in Klassen einteilt, ist nicht zukunftsfähig. Da muss die Politik ran!“
„Themen wie Leiharbeit, Mindestlohn, aber auch die Situation in der Ausbildung stehen auch bei uns ganz oben auf der Agenda! Wir werden den Austausch fortsetzen, auch in anderen Bereichen“, resümierte Klaus-Dieter Brügmann. So luden die vier LINKEN die ver.di-Vertreter ein, den Landesparteitag der LINKEN in Elmshorn zu besuchen, wo das Landtagswahlprogramm beschlossen werden soll.
Lorenz Gösta Beutin, Wahlkreismitarbeiter Cornelia Möhring