Schwangerschaftssabbrüche: Immer schlechtere Versorgung

Kleine Anfrage

Die Möglichkeit, einen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu lassen, verschlechtert sich. Das haben die Antworten der Bundesregierung auf meine Kleine Anfrage zur Sicherstellung der Versorgung von Schwangerschaftsabbrüchen ergeben.

Im vierten Quartal 2018 waren 1.160 Stellen bundesweit gemeldet. Im dritten Quartal 2019 waren es nur noch 1152. Große Unterschiede gibt es je nach Bundesland. Am geringsten ist die Versorgungsdichte in Rheinland-Pfalz mit einer Stelle pro 141.379 Einwohner*innen, gefolgt von Bayern mit 139.361 Stellen. Drittletzter Platz hat Baden-Württemberg mit einer Stelle pro 115.652 Einwohner*innen. Berlin, Meckenburg-Vorpommern und Hamburg führen die Tabelle an – durchschnittlich für 30.000 Einwohner*innen gibt es eine Stelle – Krankenhaus, Arztpraxis oder gemeinschaftliche Ambulanz – in der Abbrüche durchgeführt werden.

Wenn  eine Einrichtung für über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner zuständig ist, weist das mehr als deutlich auf einen katastrophalen Zustand der Versorgung hin. Krankenhäuser müssen endlich verpflichtet werden, Abbrüche durchzuführen. Klinikleitungen müssen personalpolitisch dafür sorgen, dass sie Ärztinnen und Ärzte beschäftigen, die Abbrüche durchführen.

Alle Antworten der Bundesregierung siehe hier

Meldestellen im Verhältnis zur Einwohner*innenzahl

Land Meldestellen (Stand 3. Quartal 2019) Einwohner*innenzahl (Stand 31.12.2018[1]) Einwohner*innen je Meldestelle
Baden-Württemberg 96 11 068 533 115 308
Bayern 94 13 076 721 139 114
Berlin 136 3 644 826 26 800
Brandenburg 50 2 511 917 50 238
Bremen 12 682 986 56 916
Hamburg 55 1 841 179 33 476
Hessen 82 6 265 809 76 412
Mecklenburg-Vorpommern 49 1 609 675 32 851
Niedersachsen 113 7 982 448 70 641
Nordrhein-Westfalen 159 17 932 651 112 784
Rheinland-Pfalz 29 4 084 844 140 857
Saarland 10 990 509 99 051
Sachsen 111 4 077 937 36 738
Sachsen-Anhalt 49 2 208 321 45 068
Schleswig-Holstein 67 2 896 712 43 235
Thüringen 40 2 143 145 53 579
Insgesamt 1 152 83 019 213 72 065

[1] Quelle: https://www.statistikportal.de/de/bevoelkerung/flaeche-und-bevoelkerung

Reihenfolge Land Einwohner*innen je Meldestelle
1 Berlin 26 800
2 Mecklenburg-Vorpommern 32 851
3 Hamburg 33 476
4 Sachsen 36 738
5 Schleswig-Holstein 43 235
6 Sachsen-Anhalt 45 068
7 Brandenburg 50 238
8 Thüringen 53 579
9 Bremen 56 916
10 Niedersachsen 70 641
11 Hessen 76 412
12 Saarland 99 051
13 Nordrhein-Westfalen 112 784
14 Baden-Württemberg 115 308
15 Bayern 139 114
16 Rheinland-Pfalz 140 857

Bei Wiedergabe, auch auszugsweise, folgende Quelle angeben: Antwort auf Kleine Anfrage 19/16309. MdB Cornelia Möhring, DIE LINKE

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