… mit Petra Pau in Flensburg

Foto: Willi Schewski

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 Petra Pau hatte die Sonne mitgebracht, als sie am 20.10. zu uns nach Schleswig-Holstein kam, um mit mir zusammen ein anspruchsvolles Programm zu absolvieren.

Besuch bei der Stadtpräsidentin, Überblick über die Flüchtlingssituation in der Stadt, Gespräch mit der dänischen Minderheit und Lesung aus ihrem Buch, und das alles in wenigen Stunden.

Sowohl Petra als auch Svetlana Krätzschmar, die Flensburger Stadtpräsidentin wollten nach dem Eintrag in da Gästebuch, ihr Augenmerk auf die besondere Situation der Flüchtlinge in der Grenzstadt richten. Da bot es sich an, dass wir gemeinsam mit der Flensburger Fraktionsvorsitzenden der Linken, Gabi Ritter, dem Bahnhof einen Besuch abstatteten.

Hier stranden seit nunmehr sechs Wochen Flüchtlinge, die sich vor allem Schweden als neue Heimat ausgesucht haben. Sie werden von ehrenamtlichen Helfer*innen beraten, bekommen etwas zu Essen und zu trinken, warme Kleidung und – wenn der letzte Anschlusszug am Abend gefahren ist – auch ein Bett für die Nacht. Mehr als 20.000 Menschen sind in den letzten Wochen so an ihr Ziel gelangt. Wir bedankten uns bei den Helfer*innen und Petra und ich versprachen, die humanitären Probleme, die in Kiel und Lübeck ähnlich gelagert sind, auch in Berlin auf die Tagesordnung zu bringen.

Foto: Willi Schewski

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Bemerkenswert war dann auch der Besuch zweier Einrichtungen zur Unterbringung von Flüchtlingen, die dauerhaft in Flensburg bleiben werden. Noch schafft es die Stadt nicht, allen eine eigene Wohnung zuzuweisen. Daher gibt es Gemeinschaftsunterkünfte, von denen wir eine besichtigten.

Auch wenn hier nicht alles perfekt ist, bleibt festzuhalten, dass in Flensburg nicht über Zeltstädte nachgedacht wird. Obwohl der Platz begrenzt ist, wird versucht, Familien getrennt unterzubringen, es wird auf die Befindlichkeiten der einzelnen Ethnien Rücksicht genommen und insgesamt herrscht hier ein freundliches Klima.

Dann besichtigten wir ein Haus, auf das wenige Tage zuvor ein Brandanschlag verübt worden war. Die Stadt hat dieses Haus komplett angemietet, um dort Flüchtlinge – hauptsächlich Familien – in eigenen Wohnungen unterzubringen. Zum Glück war der Schaden, der bei dem feigen Anschlag entstanden ist, nicht sehr gravierend, so dass schon bald die ersten Flüchtlinge dort einziehen können. Natürlich werden seit dem Brand alle Unterkünfte in Flensburg rund um die Uhr von der Polizei und von Sicherheitsdiensten bewacht.

Nach unserem umfassenden Überblick ging es dann weiter zum SSW. Petra Pau kennt die Probleme der Minderheiten schon aus der Zeit, in der sie mit nur einer Kollegin zusammen alleine für die PDS im Bundestag saß. Wir hatten ein ausführliches Gespräch mit Flemming Meier, dem Landesvorsitzenden der Partei.

Zum Abschluss des Tages las Petra dann aus ihrem Buch „Gottlose Type – Meine unfrisierten Erinnerungen“. Das Büro war voll, aus dem ganzen Land waren Genoss*innen und Interessierte gekommen, und aus der Lesung wurde ganz schnell eine Frage- und Antwortrunde und ein Erfahrungsaustausch.

Und am Ende war ich mir mit Petra einig. Das war nicht unser letzter gemeinsamer Tag in Flensburg!