Die Realität über Alleinerziehende – und was DIE LINKE fordert

Ein paar Zahlen zu Alleinerziehenden:

1. 2, 7 Millionen Alleinerziehende gibt es in Deutschland, davon 85 Prozent Frauen.
2. Ein Drittel aller Alleinerziehenden haben eine Migrationshintergrund
3. Die Hälfte aller Kinder die auf Hartz IV angewiesen sind, leben in Einelternfamilien (952.000).
4. 75 Prozent aller Kinder, die unterhaltsberechtigt sind, erhalten ihn nicht oder nur in unzureichender Höhe
5. Alleinziehende haben mit 42 Prozent das größte Armutsrisiko aller gesellschaftlichen Gruppen.
6. Nur knapp die Hälfte aller Alleinerziehenden hat ein Erwerbseinkommen, das oberhalb der Armutsgrenze liegt.
7. Ein Drittel aller Alleinerziehenden, die sozialversicherter Vollzeit arbeiten, verdienen so wenig, dass sie zusätzlich SGB II beziehen müssen, um zu überleben.

Alleinerziehende in Schleswig-Holstein:

+++ Hier leben 90.000 Alleinerziehende in SH, davon 75.000 Frauen und 15.000 Männer.
 +++ 41 Prozent der Alleinerziehenden-Haushalte in Schleswig-Holstein beziehen SGB-II- Leistungen. +++ Im Vergleich dazu sind es nur 7,4 Prozent der Paarhaushalte. +++ Mehr als jede fünfte Familie mit minderjährigen Kindern hat einen alleinerziehenden Haushaltsvorstand. +++ Die Hilfequote der Alleinerziehenden liegt mit fast 40 Prozent leicht über dem Mittel der westdeutschen Länder. 
+++ Die Betroffenheit von Arbeitslosigkeit ist überdurchschnittlich hoch. 2011 waren mehr als 10.000 Alleinerziehende arbeitslos gemeldet. +++ Etwa 51 Prozent der arbeitslosen Alleinerziehenden streben eine Vollzeitbeschäftigung an. Die Vollzeitquote der alleinerziehenden Frauen in SH liegt aber bei lediglich 33 Prozent. +++

DIE LINKE fordert:

  • Gebührenfreie Kita-Plätze
  • Qualitativer und quantitativer Ausbau von Kitas
  • Kindergrundsicherung
  • Rücknahme der Kürzungen in der Jugendhilfe
  • Verringerung des Mehrwertsteuersatzes für Waren und Dienstleistungen für Kinder
  • Stopp des Mietenanstiegs, Schaffung günstigen Wohnraums
  • Mehr Angebote für soziale Teilhabe
  • Sichere Arbeitsplätze
  • Flexible Gestaltung der Arbeitszeiten
  • Uneingeschränkte Recht auf Teilzeit, Rückkehrrecht auf Vollzeit
  • Flexible Teilzeitausbildung
  • Rechtsanspruch auf Qualifikation
  • Eindämmung des Niedriglohnsektors
  • Höhere Löhne
  • Anhebung von Arbeitslosengeld II
  • Ein Ende der Sanktionen beim SGB-II-Bezug
  • Ausweitung des Kündigungsschutzes nach der Elternzeit bis Vollendung des 7. Lebensjahres
  • Alleinerziehende müssen mehr entlastet werden
  • Alleinziehende müssen Anspruch auf den vollen Regelsatz bekommen
  • Eine pauschale Umgangsmehrbelastung in Höhe von 50 Prozent des Regelsatzes
  • Unterhaltsvorschuss ohne Bedingungen bis zum Abschluss der Schulbildung oder Ausbildung.
  • Das Kindergeld soll nur zur Hälfte auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet werden, statt derzeit 100 Prozent.
  • Unterhaltsvorschuss und Kindergeld nicht mehr auf SGB-II-Leistungen anrechnen.

Ausgewählte spezifische parlamentarische Initiativen:

  • Drucksache 18/983: Antrag “Alleinerziehende entlasten – Unterhaltsvorschuss ausbauen” hier
  • Drucksache 18/6651: Antrag “Lebenssituation von Alleinerziehenden deutlich verbessern” hier
  • Drucksache 18/10283: Antrag “Alleinerziehende entlasten -‒ Umgangsmehrbedarf anerkennen” hier
  • Drucksache 17/8793: Antrag “Alleinerziehung von Kindern würdigen – Alleinerziehende gebührend unterstützen” hier

    Weil Alleinerziehende nicht allein gelassen werden dürfen: