Absage an Gebühr auch für Schleswig-Holsteins Notfallaufnahmen

Statement

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Die Situation in den Notaufnahmen ist auch in Schleswig-Holsteins Krankenhäusern bisweilen unerträglich – für alle Beteiligten. Die Personalknappheit in den Krankenhäusern macht sich hier noch einmal verschärft bemerkbar. es gibt auch bei uns zu wenig Allgemeinmediziner*innen. Derzeit sind nach Informationen der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein 21,5 Stellen nicht besetzt. Eine der Ursachen liegt in der Deckelung von Arzthonoraren, mit denen vor allem Allgemein- und Kinderärzt*innen kaum auskommen. Zu wenig Ärzt*innen, zu lange Wartezeiten – es ist doch logisch, dass viele Patient*innen bei akuten Beschwerden die Notaufnahme aufsuchen.

Eine Lösung neben der besseren Finanzierung von Arztleistungen und mehr Personal wären Portalpraxen. Die bislang sechs im Bundesland eingerichteten Empfangstresen sind eine gute Möglichkeit, Notaufnahmen zu entlasten, da dort von Ärzt*innen direkt die Hilfe suchenden Menschen danach beurteilen, ob sie ambulante oder stationäre Unterstützung benötigen.

Eine Gebühr für die Notaufnahme ist auf jeden Fall der falsche Weg, die komplexen Probleme des Gesundheitssystems zu lösen. Sie privilegieren Menschen mit gutem Einkommen und führen dazu, dass Patient*innen mit geringerem Einkommen sich eine Notfallbehandlung sparen. Das kann insbesondere bei alten Menschen fatale Folgen haben. Krankheit und Gesundheit sind umfassende Phänomene mit vielfältigen Symptomen, die immer einer fachlichen Beurteilung bedürfen.

siehe auch Bericht in der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung am 30. Juli